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Es geht auch ohne Noten

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Das Beste aus Schulnoten machen: Mit diesen Regeln behalten Eltern und Kinder den Überblick – und können gelassener mit der Notengebung umgehen

Zu Beginn des Schuljahres sollte jeder Lehrer erklären, wie die Fächernote zustande kommt. Welche Gewichtung haben die schriftlichen Noten? Welche die mündlichen? Gibt es Noten für die Heftführung? Kann man Pluspunkte sammeln? Ist das geklärt, können böse Überraschungen am Ende des Schuljahres vermieden werden.

Problemfall mündliche Note: Fragen Sie zumindest jeden Hauptfachlehrer, wie er seine mündlichen Noten vergibt. Fließen z.B. Mitarbeit und Verhalten in die mündliche Note mit ein – oder werden sie, wie in Baden-Württemberg, separat ausgewiesen? „Bei mündlichen Noten haben Lehrer enormen Spielraum, weil sie schwer messbar sind“, sagt Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck. Bei vielen Lehrern kann die mündliche Leistung genauso viel zählen wie die schriftliche – oder sogar mehr! Wichtig: Die Schüler sollten regelmäßig über ihre mündlichen Leistungen informiert werden.

Individuelle Lernfortschritte berücksichtigen: Mit dem pädagogischen Spielraum, den jeder Lehrer hat, kann er bei Schülern Tendenzen mit einer besseren Note belohnen, selbst wenn der Schüler schlechter als der Klassenschnitt ist. Beispiel: Steht er rein rechnerisch auf 3,7 kann er trotzdem eine 3 im Zeugnis erhalten – weil er z.B. zu Schuljahresbeginn noch auf eine 5 stand und sich im Laufe eines Jahres deutlich verbessert hat.

Spätzünder-Bonus: Auch Fleiß und engagierte Mitarbeit können ein Argument dafür sein, eine bessere Zeugnisnote zu bekommen, vor allem dann, wenn zu erwarten ist, dass der Schüler sich weiterhin anstrengt und auch zukünftig bessere Leistungen erbringen wird.

Kontakt halten: „Nutzen Sie den Kontakt zu den Lehrern“, rät Familie & Co-Experte Prof. Peter Struck allen Eltern. Bei Elternabenden und Elternsprechtagen erhält man zum einen Rückmeldung über den Entwicklungsstand seines Kindes, auf der anderen Seite kann man den Lehrern über Besonderheiten seines Sprösslings berichten, z.B. wenn er Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben oder Klassenarbeiten (Prüfungsangst) hat.

Ein Zeugnis gilt als Verwaltungsakt und muss von Eltern nicht unterschrieben werden, wenn sie es für fehlerhaft halten. Innerhalb eines Monats können sie Widerspruch einlegen. Dann kann sich die Schule ihren Argumenten anschließen oder ein Gericht entscheidet. Mögliche Gründe für die Notenkorrektur: mangelnde Berücksichtigung aller erbrachten Schülerleistungen, widersprüchliche Bewertungsmaßstäbe, Rechenfehler usw.


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