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Entspannter durch den Alltag

Warum Yoga, autogenes Training & Co. schon Kindern guttun. Und wie man mit den Techniken mehr Ruhe ins Familienleben bringt.

„Ich bin ganz ruhig. Beide Arme sind ganz schwer. Beide Beine sind ganz schwer…“ Autogenes Training heißt diese Entspannungsübung, die aus den 1920er-Jahren stammt. Damit können Funktionen des Körpers, die automatisch ablaufen – z.B. Herzklopfen und Unruhe in Stress-Situationen – bewusst positiv beeinflusst werden. Das erfordert allerdings ein bisschen Übung oder, wie der Name schon sagt, Training. Auch andere Entspannungstechniken wie Yoga oder progressive Muskelrelaxation, bei der unterschiedliche Muskeln und Muskelgruppen an- und entspannt werden, bringen den Körper zur Ruhe.

Schnell wieder „runterkommen“

Auch Schüler können eine Auszeit vom Unterrichtsalltag gut gebrauchen. „Heutzutage werden große Anforderungen an Kinder gestellt. Ein Kind, das eine Entspannungstechnik beherrscht, kann diesen Anforderungen besser standhalten“, sagt die Entspannungspädagogin Sabine Seyffert aus Wuppertal. Ein Vormittag mit hohem Geräuschpegel im Klassenraum kann bei manchen Kindern bereits Stress verursachen. Dann ist es gut, wenn sie wissen, wie sie schnell wieder „runterkommen“ und sich Ruhe verschaffen können. Natürlich haben Kinder auch Strategien, allein mit Stress-Situationen fertig zu werden: „Kinder verhalten sich intuitiv und damit natürlich, auch was den rhythmischen Wechsel von Anspannung und Entspannung angeht“, sagt Dr. Dieter Breithecker von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung. So rennen und toben sie über den Schulhof, wenn sie sich länger konzentrieren und im Sitzen arbeiten mussten. Sind sie dagegen erschöpft, ziehen sie sich schon mal in ihr Zimmer zurück. „Kinder können schneller abschalten als Erwachsene“, meint auch Sabine Seyffert. „Sie nehmen Entspannung schneller an. Aber je älter sie sind, desto schwieriger ist es, sie vom Nutzen einer Entspannungstechnik zu überzeugen“, sagt die Expertin. Sie empfiehlt deshalb, bereits im Kindergartenalter damit anzufangen: „Dann sind die Kinder gut für die Schule gewappnet. Sie können ihre Technik dann einfach bei Bedarf anwenden – etwa vor einer Klassenarbeit.“ Ziel der Entspannungstechniken ist, dass Kinder lernen, ohne fremde Hilfe zur Ruhe zu kommen. Dennoch ist es gut, wenn Eltern zunächst dabei helfen – und am besten mit gutem Beispiel vorangehen. Ein Entspannungskurs tut auch den Erwachsenen gut, was zusätzlich Ruhe in den Familienalltag bringt. Denn oft nehmen Eltern ihren alltäglichen Stress gar nicht mehr wahr. „Erwachsene ignorieren meist die Signale ihres Körpers“, sagt Sabine Seyffert. Genauso entspannend wie das bewusste Abschalten ist es natürlich, wenn die ganze Familie sich viel Zeit füreinander nimmt, für Gespräche beim gemeinsamen Essen oder fürs Kuscheln auf dem Sofa.

Kindern helfen Entspannungstechniken vor allem immer dann, wenn Konzentration gefragt ist, zum Beispiel bei den Hausaufgaben. „Schon fünf Minuten Entspannung helfen, die Kraftreserven aufzufüllen und die Aufmerksamkeit zu schulen. Man ist hinterher schneller fertig und macht weniger Fehler“, erklärt Sabine Seyffert.


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