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Klar macht Waschen Spaß!

Haut, Haare, Nägel, Zähne: Welche Körperpflege Kinder brauchen, hängt vor allem von ihrem Alter ab. Worauf Eltern achten sollten – und was die Kleinen schon selbst hinkriegen.

Duschen gehörte noch nie zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner vierjährigen Tochter Naima. Kann ich sie endlich dazu überreden, in die Dusche zu steigen, prüft sie erst mit weit vom Körper weggestreckten Händen die Temperatur des Duschstrahls. „Zu kaaaalt!“, ruft sie zuerst, danach ist es „zu haaaaaiß“! Ist dann die optimale Temperatur erreicht, darf ich sie waschen, aber bitte niemals in die Augen spritzen! Zum Haarewaschen wirft sie den Kopf in den Nacken und presst sich dabei einen Waschlappen fest auf die Augen.

Baden ist da schon entspannter, weil die Lieblingspuppen, Badeenten und verschiedene Becher um sie herum schwimmen und sie „Fisch“ spielen kann. Allzu häufig ist dieses Prozedere zum Glück nicht nötig: Mehr als ein- bis zweimal pro Woche sollten Kinder nicht baden oder duschen. Bis zur Pubertät ist ihre Haut wesentlich empfindlicher als die ihrer Eltern: Erwachsenenhaut ist bis zu fünfmal so dick. Außerdem hat sie einen deutlich dickeren schützenden Film aus Wasser, Schweiß, Fetten und Hornzellen. „Auch die Kopfhaut von Kindern produziert deutlich weniger Talg. Deshalb fetten Kinderhaare nur sehr langsam“, erklärt Dr. Folkert Fehr, Pressesprecher des Verbands der Kinder- und Jugendärzte Baden-Württemberg.Er rät, die Haare nur ein Mal in der Woche mit einem milden Kindershampoo zu waschen. Trotzdem ist natürlich eine morgendliche „Katzenwäsche“ für Gesicht, Hals und Hände mit einem Waschlappen zu empfehlen. Was ist bei der Pflege von Haut und Haar noch zu beachten? Der Sinsheimer Kinder und Jugendarzt Folkert Fehr gibt Tipps:

Das ist gut für die Haut

Haben Kinder im Sport stark geschwitzt, kommen staubig vom Spielplatz oder sind voller Sonnencremereste, sollten sie sich waschen. Und: Auch nach dem Windelalter sollten die Eltern darauf achten, dass Po und Intimbereich sauber sind. Die Hände müssen natürlich nach dem Toilettengang und nach dem Spielplatzbesuch gründlich gewaschen werden. Die Kinder können das leichter annehmen, wenn die Eltern es ihnen täglich vorleben. Bei der Wahl der richtigen Pflegeprodukte ist weniger oft mehr. Die Haut unserer Kinder ist sehr empfindlich und sollte vor allzu vielen chemischen Zusätzen geschützt werden. Seifenfreie, rückfettende Waschlösungen, die den Säureschutzmantel der Haut weniger angreifen als herkömmliche Produkte, sollten bevorzugt werden. Viele Kinderprodukte enthalten leider eine Extraportion an teils chemisch bedenklichen Zusatzstoffen. Da glitzert die Seife, das Duschbad ist leuchtend rosa, und das Shampoo riecht unnatürlich süß nach Erdbeeren. Gerade Kindern mit empfindlicher Haut sollte man derartige Produkte besser ersparen. Und was ist besser für Kinder – Baden oder Duschen? Kinderarzt Folkert Fehr hält das für Geschmackssache: „Die meisten Kleinkinder baden lieber, Schulkinder steigen meist lieber schnell mal unter die Dusche. Damit die Haut nicht austrocknet, sollte aber nicht zu lange gebadet und geduscht werden! Sauber wird man übrigens auch, wenn man sich ganz einfach am Waschbecken mit einem Waschlappen wäscht.“


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