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Mein mobiler Tausendsassa

SMS, Telefonieren und vieles mehr: Handys stecken in fast jeder Hosentasche. Wie Eltern einen sinnvollen Umgang vermitteln.

„Gehst du gleich mit zum Fußi?“ – „Logo! Kommt Jonas auch?“ – „Nee, muss zur Nachhilfe.“ – „Dann kriegt er ein Foto vom Training geschickt.“ – „Der wird sich ärgern. lol.“ Tim und Noah sitzen im Schulbus nach Hause. Weil der so voll ist, allerdings an verschiedenen Enden. Doch das hindert die beiden Zehnjährigen nicht da - ran, sich angeregt zu unterhalten – per SMS auf ihren Handys. Mobiltelefone sind inzwischen das am meisten verbreitete Medium bei Kindern und Jugendlichen. Besaßen 1998 lediglich acht Prozent der 12- bis 19-Jährigen ein Handy, waren es 2008 rund 95 Prozent! Das ist ein Ergebnis der aktuellen JIM-Studie des medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. JIM steht für Jugend, Information, Multimedia. Handys in Kinderhänden werden aber nicht nur selbstverständlicher, die Handynutzer werden gleichzeitig immer jünger. So fand die aktuelle Kinderweltenstudie* im Auftrag von SuperRTL heraus, dass mittlerweile 40 Prozent der 6- bis 13-Jährigen ein eigenes Mobiltelefon besitzen, 2002 waren es nur 17 Prozent. Im Gegensatz zu anderen Medien bestehen beim Handy außerdem kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Bildungsgruppen: Mädchen wie Jungen, Hauptschüler wie Gymnasiasten besitzen und nutzen Mobiltelefone. Weil Handys heute zum Leben dazugehören, ist Medienerziehung so wichtig wie nie. Kinder müssen lernen, mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten umzugehen, Risiken einzuschätzen und Kosten zu überblicken. Was sie dafür brauchen? Zunächst mal interessierte und informierte Eltern. Das Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) in München bietet neben Schülerkursen auch Schulungen für Eltern und Lehrer an. Kati Struckmeyer ist Medienpädagogin beim JFF, sie betreut Projekte zum Thema Handy und Pädagogik. Sie hält das Mobiltelefon vor allem für ein tolles Ausdrucksmedium, mit dem Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. So veranstaltet das JFF regelmäßig Handyclip-Wettbewerbe, bei denen Kinder und Jugendliche zeigen können, was sie drauf haben und lernen, Klingeltöne zu kreieren und Clips zu drehen, statt sie teuer im Internet zu kaufen. „Zur Medienerziehung gehört es auch, zu lernen, wie man mit dem kreativen Potenzial der neuen Medien umgeht“, sagt Kati Struckmeyer.


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