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Privatschule – besser für mein Kind?

- Schon jeder neunte Gymnasiast besucht eine Privatschule
- Oft werden Schüler dort intensiver und individueller betreut
- Das hat seinen Preis
- Wann sich die Anmeldung lohnt

Barbara Klein wohnt mit ihrem Mann Guido und Tochter Clara (9) in München –und kann sich freuen: Wenn Clara nächstes Schuljahr die Gymnasialempfehlung bekommt, hat sie die Wahl zwischen drei Gymnasien, die alle gut zu Fuß oder mit der S-Bahn erreichbar wären. Das erste Gymnasium hat ein altsprachliches Profil, das zweite ist mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtet und das dritte ist bekannt als „Drillschule“ für Kinder aus reichem Elternhaus. Favorit ist aber eine ganz andere Schule: eine private Einrichtung. „Wir wollen, dass Clara an der Schule nicht nur büffelt, sondern sich richtig wohlfühlt“, sagt Mutter Barbara.

Mehr Musik und Theater

Der Kunstpädagogin ist es wichtig, dass neben den Kernunterrichtsfächern auch Theaterspiel, Musik und Kunst eine große Rolle spielen. Deswegen wird die Wahl vermutlich auf ein katholisches Mädchengymnasium fallen. „Es wäre genial, wenn das klappt. Aber die Warteliste ist lang“, seufzt Mutter Barbara. Wie Familie Klein geht es vielen Eltern in Deutschland: Sie wollen ihr Kind an einer Privatschule anmelden und stellen fest, dass dies alles andere als einfach ist. Schon die ersten Informationsveranstaltungen ein Dreivierteljahr vor Schulbeginn sind oft brechend voll, zum Teil ist es schwierig an die Anmeldeformulare zu kommen oder sie kosten Gebühren – noch bevor das Kind überhaupt angemeldet ist. Abschrecken lassen sich die meisten Eltern davon aber nicht. Die Privatschulen erleben schon seit den 90er-Jahren einen Boom, der von den Ergebnissen der Pisa-Debatte zusätzlich angefacht wurde. In Zahlen ausgedrückt heißt das: In Westdeutschland ist die Zahl der Privatschüler seit 1990 um 21 Prozent gewachsen, im Osten hat sie sich gar verdreifacht (vor der Wiedervereinigung gab es hier nur sehr wenige Privatschulen). Laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin besucht heute jeder neunte Gymnasiast in Deutschland eine Privatschule. Aber auch private Grund, -Förder- und Realschulen erfreuen sich bei Eltern größter Beliebtheit.


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