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Viel mehr als nur spielen!

Kindergärten mit besonderer pädagogischer Ausrichtung gibt es viele. Was hinter den einzelnen Konzepten steckt – und wie Sie herausfinden, welches davon für Ihr Kind wirklich infrage kommt.

Kirchlich oder kommunal? Es ist noch gar nicht lange her, dass Eltern bei der Wahl eines Kindergartens nur zwischen diesen beiden Möglichkeiten wählen konnten. Heute ist das anders: Viele Kindergärten, die von privaten Initiativen getragen werden, bieten eigene pädagogische Konzepte an und bereichern den Tag mit Elementen aus der Reformpädagogik, wie zum Beispiel die Waldorf- oder Montessori- Kindergärten. Aber auch die kirchlichen und kommunalen Einrichtungen haben ihr erzieherisches Profil geschärft. Nicht von ungefähr interessieren sich immer mehr Eltern über die Öffnungszeiten und die Lage hinaus für die inhaltliche Ausrichtung der Tagesstätten. Anette Stein, Leiterin des Projekts „Kinder früher fördern“ bei der Bertelsmann Stiftung, erklärt das so: „Bei der Wahl der Kita geht es nicht nur um Betreuung, sondern um die Wahl der ersten Bildungsstätte für ein Kind.“ Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Ansätze vor, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede besser beurteilen zu können.

Situationsansatz

Dieser Ansatz ist am häufigsten anzutreffen und findet sich fast immer bei kommunalen und konfessionellen Trägern. Er stellt soziales Lernen und die alltäglichen Lebensbedingungen der Kinder in den Mittelpunkt. Ein Beispiel: Die Kinder haben entdeckt, dass die Kirschen langsam reif werden. Sie erinnern sich an die Blütezeit, überlegen, wie lange es noch bis zur Ernte dauert, ob die Kirschen Würmer haben werden, ob man sie besser gleich isst, einmacht oder lieber zu Marmelade verarbeitet. Der Kirschbaum wird als ein Gegenstand wahrgenommen, der die Kinder zu genauen Beobachtungen, zu Entscheidungen und zum eigenen Handeln herausfordert. Jedes Kind bringt eigene Erfahrungen, eigenes Wissen und einen eigenen kulturellen Hintergrund mit ein. In Konfliktsituationen entscheiden die Kinder gemeinsam, wie ein Ausgleich zwischen den Parteien hergestellt werden kann. Was die Kinder selbst tun können, das wird ihnen auch zugetraut und zugemutet. Traditionelle Programme wie montags Singen, dienstags Spielen, mittwochs Basteln usw. haben in situativ arbeitenden Kindergärten weitgehend ausgedient.


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