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Viele Köche… haben Spaß!

Martha ist begeistert: „Guck mal, Mama, da sind ja lauter kleine Kerne drin!“ Die Fünfjährige hat zum ersten Mal selbstständig eine Paprika für den Mittagssalat aufgeschnitten. Akribisch untersucht sie nun die Kernchen, fingert sie heraus und macht einen kleinen Haufen auf dem Tisch. Eigentlich mag sie keine Paprika, zumindest die roten nicht. Das „Innenleben“ des Gemüses hat sie jetzt aber doch neugierig gemacht. „Wieso sind da Kerne drin? Kann man die essen? Sieht jede Paprika innen so aus?“ Marthas Mutter beantwortet geduldig alle Fragen, dann wird weitergeschnippelt: Wenn Papa und die älteren Schwestern nach Hause kommen, soll der Salat fertig sein!

Martha hat richtig Spaß an ihrer Entdeckung – und überlegt bereits, ob man die spannenden roten Schoten nicht doch mal probieren sollte. Für die meisten Kinder ist die Küche ein magischer Ort, der ihren Forscherdrang auslöst. So viele interessante Geräusche, feine Gerüche und rätselhafte Tätigkeiten…

Die Küche als Lernwerkstatt

In vielen Familien beschränkt sich die aktive Rolle der Kleinen in der Küche aber auf das Plätzchenausstechen in der Weihnachtszeit. Dabei ist es ein echter Gewinn für den Nachwuchs, frühzeitig mit den verschiedenen Lebensmitteln und der Kunst des Kochens vertraut zu werden. Verbinden Sie das gemeinsame Kochen und Backen doch einfach mit einer kleinen Ernährungskunde: Welche Lebensmittel machen besonders satt? In welchen steckt Milch? Welche enthalten viel Zucker? Wer Kindern schon früh solche Grundlagen vermittelt, beeinflusst damit ihr lebenslanges Essverhalten – etwa, weil sie aus eigener Anschauung wissen, dass in einer Tütensuppe niemals so viele gute Dinge drin sein können wie in dem leckeren Eintopf, den sie immer mit Mama kochen.

Aus Erfahrung lernen

Gleichzeitig wird beim gemeinsamen Werkeln das motorische Geschick trainiert – zum Beispiel, wenn die kleinen Küchenhelfer Tomaten schneiden, Kartoffeln schälen oder Eier aufschlagen. Tragen Sie es mit Humor, wenn anfänglich mal Schale im Ei landet oder die Kartoffel nach dem Schälen ziemlich klein geworden ist. Nur wenn Kinder Zeit zum Ausprobieren haben, können sie lernen, die verschiedenen Gemüsesorten richtig zu verarbeiten, mit den unterschiedlichen Küchengeräten umzugehen – und schließlich selbst Verantwortung zu übernehmen. Zudem lässt sich vieles am besten durch persönliche Erfahrung lernen: Etwa, dass ein Ei hart wird, wenn man es kocht, eine Kartoffel hingegen weich. Oder dass der Eischnee nicht mehr steif wird, wenn Butter oder Eigelb hineingerät. Und: Wenn Kinder beim Kochen dabei sind, bekommen sie mit, wie viel Arbeit es macht, eine komplette Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. So entwickeln sie für das Essen auf ihrem Teller eine ganz andere Wertschätzung.


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