Trennlinie

Warum alle Eltern peinlich sind

- Für Kinder gibt es nichts Schlimmeres als vor anderen blamiert zu werden
- Ausgerechnet Eltern können das besonders gut
- Hintergründe und Regeln für Mama und Papa

Kinder erleben ein Wechselbad der Gefühle: Heute noch ist Kuscheln vorm Fernseher angesagt, morgen ist eine Berührung schon zu viel.

Lassen Sie es mich gleich zu Beginn sagen: Eltern sind peinlich. Alle. Glauben Sie mir, früher oder später werden auch Sie Ihren Kindern peinlich sein. Warum, fragen Sie? Ganz einfach: Weil Kinder sich schon lange vor der Pubertät von uns abgrenzen müssen und dann, zack, möchten sie manchmal im Erdboden versinken, wenn sie gemeinsam mit ihren Eltern in der Öffentlichkeit sind. Denn, so hart es auch klingt: Eltern können tun, was sie wollen, Kinder werden es peinlich finden. Im Auto mitsingen? Bei Besuch ins Zimmer kommen und die Freunde nach der Familie oder nur dem Befinden fragen? Zahnstocher benutzen? Jemand anderen zurechtweisen? Sich beim Lehrer beschweren? An der Kleidung rummäkeln oder beim Shoppen in die Umkleidekabine schauen? Oje! Manchen Kindern ist es sogar peinlich, dass Eltern das Handy mit dem Zeigefinger statt mit dem Daumen bedienen. Und als Kind von den Eltern mit dem Auto vor Zeugen abgesetzt zu werden, kann quasi an Rufmord grenzen.

Aber da Kinder nun mal nicht vom Himmel fallen und auch nicht Auto fahren dürfen, lässt es sich nun mal nicht vermeiden, sie ab und zu durch die Gegend zu kutschieren. Und das ist genau das Dilemma, von dem wir hier sprechen: Es ist so gut wie unvermeidbar, dass sich Kinder für die Eltern schämen. Viele Eltern wissen nicht so recht, wie sie sich gegenüber ihren Kindern, die jetzt weder Kleinkind noch jugendlich sind, verhalten sollen, und die meisten sind lieber zu fürsorglich, als dass sie sich zu wenig kümmern. Vielen Kindern ist das lästig, sie sind keine Babys mehr und wollen keinesfalls wie ein kleines Kind behandelt werden. Hinzu kommt: Im Grundschulalter beginnen Kinder einerseits, sich von den Eltern abzugrenzen, haben aber andererseits noch nicht genügend Selbstsicherheit, das elterliche Verhalten aus der Distanz zu betrachten.

Und daher ist nun mal ziemlich vieles peinlich. Da hilft Eltern nur eines: Bleiben Sie gelassen. Denn selbstverständlich lieben Ihre Kinder Sie weiterhin. Sie bauen in diesem Alter aber eine Fassade auf, um cool und selbstsicher zu wirken, und da kommen ihnen elterliche „Fehltritte“ wie Sabotage am eigenen Image vor. Eine Mutter, die das Schulbrot hinterher - bringt, das Kind vorm Schultor absetzt und auch noch ein Küsschen gibt, wird als Zeichen von Unselbstständigkeit gedeutet – und eben das wollen Kinder um jeden Preis vermeiden.


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