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Zeitdiebe: Wer hat an der Uhr gedreht?

Was Familien sich vom Zeitmanagement im Berufsleben abschauen können
Die Belohnung: mehr Zeit miteinander
Die besten Tipps für einen entspannten, effizienten Alltag

Sind abends die Kinder im Bett, können die Eltern mal abschalten und am nächsten Morgen gestärkt in den neuen Tag gehen. So sollte es sein – schön wär’s! Die meisten Mütter und Väter machen die Erfahrung, dass am Abend noch vieles unerledigt ist, was eigentlich tagsüber hätte getan werden müssen. Ob es nun die Wäsche oder das Putzen ist, berufliche Dinge, die Steuererklärung oder auch der längst überfällige Anruf bei der Freundin: Von Eltern hört man immer wieder den Stoßseufzer: „Man kommt einfach zu nichts!“

Doch auch wenn die Belastung gerade von Eltern, die Berufstätigkeit und Kinder unter einen Hut kriegen müssen, real sehr hoch ist: In jeder Familie wird Zeit vertan. Damit ist nicht die Zeit gemeint, die man sich nimmt, um ein wenig länger mit seinem Kind zu spielen, anstatt sich gleich um den Abwasch zu kümmern (so viel Zeit sollte immer sein), sondern jene Zeit, die unproduktiv vergeudet und einem so von den „Zeitdieben“ gestohlen wird.

Mit unseren Tipps können Sie Ihr familiäres Zeitmanagement verbessern. Damit am Abend noch Zeit übrig ist – und nicht nur einen Stoß unerledigter Aufgaben!

1. Schriftliche Tagesplanung

Was sich zunächst einmal bloß superpingelig anhört, ist in Wirklichkeit der erste Schritt zu einem guten Zeitmanagement. All das möglichst komplett abzuarbeiten, was am Tage ansteht, verhindert, dass sich unerledigte Dinge aufstauen. Damit das klappt, ist es aber nötig, zwei Voraussetzungen zu erfüllen: erstens, dass man die Punkte auch wirklich konsequent Tag für Tag abarbeitet, und zweitens, dass man neue Punkte gewissenhaft in den Tagesplaner einträgt.

2. Prioritäten setzen

Wer sich in seinem Alltag auf Dauer überfordert fühlt, sollte mit dem Entrümpeln beginnen. Einer der vorwitzigsten Zeitdiebe ist das Einkaufen. Besonders lange dauert es natürlich, wenn man zu den Stoßzeiten losgeht – wer es sich aussuchen kann, sollte vor 17 Uhr einkaufen. Auf jeden Fall sinnvoll ist eine Einkaufsliste, die man abhakt, anstatt erst vor Ort zu überlegen, was man alles brauchen könnte. Eine lückenlose Einkaufsliste sollte auch dafür sorgen, dass man nicht immer wieder unterwegs ist, um Kleinigkeiten zu besorgen, die man beim ersten Mal vergessen hat.

3. Nicht zu viel auf einmal tun

Forschungen über das Verhalten am Arbeitsplatz haben ein eindeutiges Ergebnis: Wer sich verzettelt, indem er immer wieder kleine Erledigungen in die Hauptarbeit einschiebt, leistet deutlich weniger als derjenige, der sich länger am Stück ein und derselben Aufgabe widmet. Das lässt sich auch direkt auf den Haushalt und das Privatleben übertragen. Wer mit der nächsten Sache erst anfängt, wenn er die vorige erledigt hat, ist nicht stur, sondern effizient.

4. Keine Hektik aufkommen lassen

Eltern, die ihre Kinder jeden Morgen pünktlich zur Kita oder zur Schule bringen müssen und dann auch noch rechtzeitig bei der Arbeit sein wollen, dürfen bei diesem Punkt gerne einmal kurz und höhnisch auflachen. Es stimmt aber trotzdem, dass Hektik nicht immer nur das Produkt äußerer Zwänge ist, sondern dass manche Menschen Nervosität und Getriebenheit geradezu in sich tragen. Gelassenheit kann man trainieren; ein entzerrter Tagesplan hilft dabei (siehe auch Punkt 5).

5. Raum für Entspannungsphasen lassen

Der schönste Tagesplan nützt wenig, wenn man damit die permanente Überforderung nur in Schriftform bringt. Die tägliche Agenda muss natürlich auch zu bewältigen sein. Eine allzu enge Taktung der anstehenden Aufgaben führt zu Überanstrengung. Ganz wichtig ist daher, Raum für Ruhe und Entspannung zu lassen – ohne Regeneration läuft der Tank schnell auf Reserve. Wichtig ist, auch die Pausen selbst als Aufgabe zu betrachten, damit man sie sich nicht verdirbt. Wer während der Entspannungsphasen ständig daran denkt, was noch zu erledigen ist, erholt sich nicht.

6. Das Delegieren lernen

Redewendungen wie „Ich mach’ das schon“, und zwar „mal eben schnell zwischendurch“, sind Garanten dafür, sich zu viel Arbeit aufzubürden. Zwischen Partnern und zwischen Eltern und Kindern sollten häusliche Pflichten fair verteilt sein. Etwas selber machen, nur weil’s sonst nicht schnell genug oder „nicht ordentlich genug“ erledigt wird, macht die anderen faul und einen selbst fertig.

7. Feste Intervalle für unangenehme Aufgaben

Gibt es tatsächlich Leute, die mit Genuss die Fenster putzen, ihre Unterlagen sortieren, den Keller aufräumen und ihre Steuererklärung machen? Wer nicht zu diesen Glücklichen zählt, muss sich selbst motivieren, solche unangenehmen Aufgaben in überschaubaren Intervallen zu erledigen. Bei der Steuererklärung „hilft“ einem das Finanzamt ja gern, indem es einen Termin für die Abgabe festsetzt. Oft wirkt es Wunder, sich auch für andere ungeliebte Arbeiten eine feste Deadline zu setzen.

8. Störfaktoren ausschalten

Was einen im Berufsleben immer wieder aus dem Konzept bringt – der nicht nachlassende Strom von E-Mails, eingehenden Anrufen und Besprechungen – hat seine Entsprechung auch im Privaten. Nur dass es hier eher selbst gewählte Ablenkungen sind, die einen immer wieder von den eigentlich vordringlichen Erledigungen abbringen. Gerade das gewohnheitsmäßige Laufenlassen von Radio oder Fernseher ist ein Zeitfresser erster Güte. Warum nicht einfach mal probieren, auch ohne Hintergrundberieselung durch den Tag zu gehen?


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